Zwei etwas verregnete Wochenenden

Dieses Jahr gibt es für mich leider keine Plätzchen (ich habe keinen Ofen in meiner Küche hier), aber ich hoffe, eure schmecken dafür umso besser! Dafür hatte ich aber auch Zeit, noch ein bisschen mehr von der Umgebung hier zu erkunden. Die letzten zwei Wochenenden war das Wetter leider eher durchwachsen, deswegen musste ich mir überlegen, was man drinnen so machen kann. Aber ich bin ja in einer halbwegs großen Stadt, da kann man sich ganz gut austoben.

Vorletztes Wochenende bin ich daher in den SCMaglev and Railway Park in Nagoya gegangen, ein Museum, das japanische Züge und Waggons ausstellt. Es gab auch einige Infos zur Geschichte und Zukunft des Shinkansen. Zum Beispiel plant Japan aktuell eine Magnetschwebebahn, die bis zu 500 km/h fahren können soll. Was auch interessant war: In Japan gibt es natürlich Sicherheitskonzepte für Erdbeben. Ergibt natürlich Sinn, aber daran hatte ich vorher nie gedacht. Bei Magnetschwebebahnen ist das zum Glück selbstregulierend, sodass der Zug automatisch auf der Bahn gehalten wird. Bei normalen Zügen gibt es ein Vorwarnsystem, das zumindest ermöglicht, die Geschwindigkeit der Züge im Fall eines Erdbebens etwas zu verringern. Übrigens wurde für den Shinkansen extra eine Normalspur gebaut, sodass die Züge schneller fahren können, davor war in Japan eher die Schmalspur üblich. Noch beeindruckender ist, dass der Entschluss, den Shinkansen zu bauen, im Dezember 1958 kam und der erste Shinkansen dann auch pünktlich 1964 zur Eröffnung der Olympischen Spiele rollte. Das sollte man mal der Deutschen Bahn erzählen (neben der Pünktlichkeitsstatistik natürlich)... Man muss aber auch zugeben, dass die Magnetschwebebahn inzwischen ebenfalls verspätet ist: Sie sollte eigentlich 2027 in Betrieb gehen, jetzt frühestens 2034.

Der Schinkansen der Serie 0, also einer der Ersten Schinkansen-Züge also
 

Am vergangenen Wochenende war das Wetter am Samstag dann etwas besser (zumindest am Nachmittag), und ich habe einen Ausflug nach Inuyama unternommen. Das ist eine Stadt, die quasi mit Nagoya zusammengewachsen ist, aber etwas weiter nördlich liegt. Dort gibt es ein altes Schloss aus dem 17. Jahrhundert, das somit zu den ältesten Schlössern in Japan gehört (zumindest der Hauptturm, später wurde noch etwas erweitert). Insgesamt gibt es nur noch 12 solcher Schlösser im Original, nachdem viele im Laufe der Zeit zerstört wurden. Danach bin ich noch eine kleine Runde wandern gegangen, auf einen Hügel in der Nähe.

Man musste seine Schuhe ausziehen und ist dann im Schloss barfuß rum gelaufen, für die Schuhe hat man natürlich eine Plastiktüte bekommen (kosten hier ja nix)

Die Aussicht von oben. Das Geländer ging aber nur bis zum Knie, Höhenangst sollte man also besser keine haben.

Danach bin ich noch kurz Kaffee trinken gegangen, was morgen immer gefährlich ist, weil es dann immer noch ein Frühstücksangebot gibt dass super günstig ist (der Salat und das Sandwich mit Anko (süßer Bohnenpaste) gab es für umgerechnet gut 2 Euro. Da lacht das Schwabenherz.

Aussicht in die andere Richtung, wie man sieht sind die Berge schon recht Nahe.
 

Aussicht bei meiner kleinen Wanderung

Natürlich bin ich auch an einem Schrein/Tempel vorbei gekommen (ich weiß noch nicht wie man die auseinander hält)

Nochmal das Schloss

Aussicht über den Fluss in Inuyama
 

Der Sonntag war dann eher verregnet, und ich bin tagsüber nur eine Runde einkaufen gegangen. Dabei kam ich an einem kleinen Markt vorbei und habe gutes Brot gefunden! Ich hatte schon die ganze Woche Lust auf Brot, jetzt ist der Hunger erst einmal wieder gestillt. Abends war ich dann noch bei einem Sake-Tasting. Sake ist japanischer Reiswein, den es in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt. Normalerweise trinkt man ihn nicht aus Weingläsern, sondern aus kleinen Gläsern, Keramikbechern oder sogar Holzboxen. Dazu gab es auch Essen, leider habe ich mal wieder keine Ahnung, was ich gegessen habe, aber es war irgendetwas mit Fisch und gekochtem Ei. War aber gut, das ist ja das wichtigste.

Die verschiedenen Sorten Sake die es zum probieren gab.
 

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