Winterferien

Nachdem ich an den Weihnachtsfeiertagen zwar gearbeitet habe, hatte ich dann aber immerhin die Woche darauf frei (Winterferien wird das hier wohl genannt) und damit die Möglichkeit, die Umgebung etwas mehr zu erkunden. Daher kommt hier ein kurzer Bericht über eine doch recht intensive Woche.

Am 27. Dezember habe ich mich über MeetUp (eine App, um andere Leute zu treffen) für eine Wanderung im Westen Nagoyas angemeldet. Am Anfang war ich etwas skeptisch, da die andere Person, die sich ebenfalls angemeldet hatte, noch nie wandern war und daher auch nicht entsprechend ausgerüstet (obwohl die Tour nicht für Anfänger war). Der Organisator hat das aber ziemlich gut gemanagt, und am Ende war es doch ein gelungener Tag. Außerdem musste ich mal nicht so viel schwitzen, was auch ganz angenehm war. Zum Abschluss sind wir noch in einen Onsen gegangen – also ein Thermalbad –, um sauber zu werden und zu entspannen. Da es beim Onsen-Besuch einige Regeln zu beachten gibt, war ich beim ersten Mal etwas nervös, aber ich glaube, ich habe mich nicht völlig blamiert. Bevor man ins heiße Wasser steigt, muss man sich gründlich waschen, und das Handtuch, das man dabei hat, darf auf keinen Fall in das Becken mit dem heißen Wasser. Gebadet wird außerdem nackt (meistens sind die Geschlechter getrennt). Hier ein paar Eindrücke von der Wanderung (vom Onsen natürlich nicht):

Erster Gipfel

Zweiter Gipfel und Mittagspause

Aussicht über die Ebene wo auch Nagoya liegt
 
Am Sonntag bin ich dann in Nagoya geblieben und habe mir den Atsuta-Schrein und einen japanischen Garten angesehen. Den Atsuta-Schrein hatte ich mir irgendwie eindrucksvoller vorgestellt, nachdem dort wohl schon seit 1700 Jahren ein Schrein steht, aber man sieht dann doch nicht so viel. Dort habe ich mir zum Mittagessen Kishimen-Nudeln geholt – für Nagoya typische, flache Udon-Nudeln – und danach bin ich in einen japanischen Garten gegangen, den ich eher zufällig entdeckt habe, nachdem ich auf der Karte nach der nächsten Grünfläche gesucht hatte. Zwar muss man für japanische Gärten Eintritt bezahlen (wenn auch nicht viel), aber dafür begrüßt einen eine sehr angenehme Stille. Japanische Gärten sind so angelegt, dass man von keiner Stelle den gesamten Garten überblicken kann, sodass man hinter jeder Ecke etwas Neues entdeckt. Ich fand das irgendwie sehr eindrucksvoll und habe es richtig genossen.

Am Eingang des Schreines

Ich weiß nicht genau wieso, aber solche alten Bäume sind oft mit irgendwelchen Dingen behängt


Die Kishimen-nudeln

Im japanischen Garten


Die Bäume sind irgendwie lustig aus, ich glaube die Seile wird auch nur im Winter angebracht

Einen kleinen Bambuswald gab es auch


Es gibt hier auch aktuell eine Baumart/Busch der noch/schon blüht.

 

Am Tag darauf ging es dann gleich noch einmal wandern – und wieder in den Onsen. Dieses Mal waren es über 1000 Höhenmeter (das musste einfach mal wieder sein), und oben auf dem Berg lag ordentlich Schnee. Am Anfang des Pfades habe ich sogar wilde Affen gesehen und war nicht so ganz darauf vorbereitet, wie ich damit umgehen soll (ist mir so auch noch nie passiert), nachdem der Affe mitten auf dem Wanderweg stand. Leider habe ich verpasst, ein Bild zu machen.

 

Zum Glück hatte ich mir Microspikes zugelegt

Wunderbare Aussicht

Am Gipfel


Am 31. Dezember habe ich es dann langsam angehen lassen und bin nur eine Runde in einem Einkaufszentrum in der Nähe gewesen. Abends bin ich dann zu einem Tempel in der Nähe gegangen, da dort eine Neujahrsfeier stattfand. Allerdings habe ich mich etwas fehl am Platz gefühlt, weil ich nicht so genau wusste, was passiert. Es gab außerdem ein paar Foodtrucks, und ich habe mir eine gegrillte Süßkartoffel gegönnt, die war super lecker! Total weich innen.

Ich habe mir außerdem eine Portion Soba-nudeln gemacht, welche traditionell an Silvester gegessen werden. Die langen Nudeln sollen einen älter werden lassen.

Am 1. Januar wusste ich auch nicht so genau, was ich mit mir anfangen sollte, da an diesem Tag alle Läden (außer den Kombinis natürlich) geschlossen hatten. Also bin ich in einen Park mit Bambuswald spazieren gegangen, um wenigstens ein bisschen rauszukommen. Irgendwie finde ich diese Bambuswälder faszinierend.
 
Am Wochenende bin ich dann noch einmal losgezogen, um Schlösser anzuschauen: Am Samstag ging es nach Gifu (eine Stadt in der Metropolregion Nagoyas) auf den Berg mit dem Schloss oben. Dort gibt es wohl schon seit rund 800 Jahren ein Schloss, aber das heutige Gebäude wurde restauriert, nachdem es 1943 abgebrannt war. Danach habe ich mir noch den größten Buddha Gifus angesehen, der sich in einem Tempel befindet.
 
Der Tempel 

Der Budda, schon ziemlich groß

Am Fuß des Berges mal wieder ein hübsch angelegter Park

Die Aussicht vom Schloss


Das Schloss
 
Am Sonntag bin ich dann noch zum Schloss in Nagoya gegangen. Erst dachte ich, dass es dem Schloss in Gifu oder Inuyama ähnlich sei, aber das stimmt gar nicht: Es ist viel größer, und auch die Burganlage ist durch massive Mauern geschützt. Das eigentliche Schloss kann derzeit leider nicht besichtigt werden (es besteht wohl Einsturzgefahr seit einem Erdbeben 2018), aber dafür der „Palast“ in der Mitte der Anlage. Leider wurde das Gelände während des Zweiten Weltkriegs zerstört und später wieder aufgebaut. Deshalb ist das Schloss nicht mehr im Originalzustand, aber trotzdem beeindruckend.

Das Schloss in Nagoya

Die Innenräume im Palast



Die Mauern um das Schloss herum, die gerade restauriert werden


Es blüht schon im Park.

 

 

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