Wandern, Ramen und Osoji: Eine Woche mit vielen neuen Erfahrungen

So, jetzt komme ich auch endlich dazu, vom letzten Wochenende zu berichten. Irgendwie schaffe ich es doch, dass ich unter der Woche abends einiges zu tun habe.

Letzten Samstag habe ich langsam angehen lassen. Das heißt, ich bin morgens in die Stadt, um mir eine Bärenglocke zu besorgen, nachdem ich am Sonntag wandern gehen wollte. So eine Glocke hat hier jeder Wanderer dabei, ob sie wirklich etwas bringt, weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht, wie viele Bären aktuell noch unterwegs sind; es liegt ja teilweise schon Schnee in den Bergen. Allerdings sind viele Japaner wirklich sehr besorgt, wenn es um Bären geht.

Bei meinem Ausflug in die Stadt kam ich dann auch am Weihnachtsmarkt vorbei und es roch immerhin nach gebrannten Mandeln. Aber ich musste mal wieder feststellen, dass ich wirklich kein Stadtmensch bin, und die ganzen Einkaufszentren haben mich eher gestresst.

Am Nachmittag war ich dann wieder beim Fußballspielen (Futsal, um genauer zu sein) vom Institut dabei. Profi-Fußballer werde ich in diesem Leben nicht mehr, aber es macht trotzdem Spaß. Allerdings bin ich die einzige Frau auf dem Spielfeld, was ein bisschen komisch ist.

Einen Weihnachtsbaum gibt es auch

Am Sonntag ging es dann endlich raus in die Natur, zum Wandern. Dieses Mal bin ich in die Berge gefahren, die westlich von Nagoya liegen. Zum Glück ist hier alles sehr gut mit den Öffis zu erreichen.

Weiter unten am Berg gibt es einen Wasserfall, der ein beliebtes Ausflugsziel ist. Aber sobald man weiter nach oben wandert, trifft man deutlich weniger Leute. Nachdem ich den ersten Gipfel (Berg Yoro) recht früh erreicht hatte, bin ich dann auch noch auf einen zweiten hoch, das hat sich aber nicht wirklich gelohnt, denn der war oben komplett bewaldet. Abends war ich dann ziemlich kaputt. Wobei ich später festgestellt habe, dass ich doch deutlich mehr als 1000 Höhenmeter und 17 Kilometer gewandert bin, das erklärt einiges (auch den Muskelkater am nächsten Tag).

Aussicht über die Ebene in der auch Nagoya liegt

Es ist mal wieder schön durch einen Herbstwald zu laufen. In Schweden gibt es das nicht so richtig (weil nur kleine Birkenblätter)

Teilweise lag auch schon Schnee


Aussicht beim Mittagessen in die Japanische Alpen

Knapp unterhalb des Gipfels gibt es einen Aussichtspunkt. Auch gut zum Mittagessen. 

Der Wasserfall

Im Tal


Im Tal waren die Bäume teilweise noch rot verfärbt

Diese Woche war dann einiges los:
Am Dienstag waren wir mit der Forschungsgruppe essen. Das Restaurant ist für seine Chicken Wings bekannt und war zumindest etwas schicker, also mit Tatami-Matten auf dem Boden, und man musste die Schuhe ausziehen. Da ich Vegetarierin bin, habe ich anstatt Chicken Wings dann Sashimi (rohen Fisch) bekommen. War auch lecker, man muss hier eben etwas flexibel bleiben beim Essen.

Am Mittwoch bin ich dann in eines der Shoppingzentren in der Umgebung gefahren, weil ich noch ein paar Sachen besorgen wollte. Da habe ich mich dann auch dazu überwunden, alleine essen zu gehen, und es war sehr lecker (auch nicht teurer, umgerechnet 8 Euro):

Das Ei gehört mit dem Reis vermengt, sehr typisch auch als Frühstück. Die Nudeln sind Kishimen (flache Udon-Nudlen) für die die Region hier bekannt sind

Am Donnerstag hat mir einer meiner Kollegen dann noch gezeigt, wie man Ramen isst und bestellt. Gar nicht mal so einfach, weil man wissen muss, in welcher Härte man die Nudeln gerne hätte. Außerdem bestellt man oft mehrere Portionen Nudeln hintereinander, die dann einfach wieder in die gleiche Brühe getan werden – damit die Nudeln nicht zu weich werden.

Gestern war dann noch „Ōsōji“ auf der Arbeit angesagt: einmal groß durchputzen. Das wird hier tatsächlich von den Mitarbeitern gemacht und nicht von Reinigungskräften. Also wurde eine Stunde lang Staub gewischt, Müll entsorgt, Fenster geputzt und alles, was sonst noch so anfällt (war auch nötig). Danach gab es dann noch Snacks und Weihnachtsmusik mit dem Rest der Forschungsgruppe. Das war eigentlich ganz witzig, nur der Boden wurde nicht gewischt und der hätte aus auch mal nötig.

 

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