So, jetzt habe ich die ersten zwei Wochen in Japan überstanden, allerdings nicht ganz ohne eine ordentliche Portion Kulturschock. Es fing schon in der Wohnung an: Zum einen sind Wohngebäude in Japan wohl standardmäßig sehr schlecht isoliert, was dazu führt, dass ich bereits jetzt die Heizung laufen lasse. Morgens ist es dann ziemlich kalt beim Aufwachen, und es ist ja noch nicht mal ansatzweise Winter hier; tagsüber steigen die Temperaturen immerhin noch auf über 15 Grad. In Schweden mache ich die Heizung erst bei Temperaturen um die Null an, hier ist das Fehlanzeige. Außerdem ist die Wohnung schon recht alt und war (für meine Standards) nicht besonders gut geputzt. Nachdem man 14 Stunden Flug hinter sich hat, lagen die Nerven dann etwas blank.
Inzwischen durfte ich auch erfahren, dass ich hier in der Wohnung keine Gäste haben darf, nur mein Mann dürfte kommen. Aber naja, ich bin halt (noch) nicht verheiratet. Andere Länder, andere Sitten. Das finde ich persönlich schon eine ziemliche Einschränkung meiner persönlichen Rechte, aber gut, kann man jetzt auch nichts machen.
Japan ist aber zum Glück nicht nur doof: Ich finde mich so langsam im Alltag zurecht (außer beim Einkaufen – das stresst immer noch), und auch die Kollegen auf der Arbeit sind sehr nett und offen. Letzte Woche Montag war hier Feiertag, und ich habe die Chance genutzt, in den Großraum Tokio zu fahren, wo ich eine alte Schulfreundin besucht habe. Wir sind dann zusammen mit ihrer Familie auf den Berg Oyama. Dort oben hat man eine tolle Aussicht, und außerdem gibt es einen schönen Schrein. Allerdings waren unerwartet viele andere Besucher vor Ort, vermutlich wegen des Feiertags.
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| Der Ausblick, im Hintergrund sieht man Tokio (oder zumindest einen Teil) |
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| Die Standseilbahn auf den Berg hoch und der Berg Oyama in seinen Herbstfarben im Hintergrund. |
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| Der Eingang des Schreins. |
Heute ging es dann im Großraum Nagoya wandern, zum Berg Sanage. Das ist eines der Wandergebiete, die am nächsten an Nagoya liegen und dementsprechend beliebt sind. Das war mir heute aber ganz recht, nachdem es in diesem Gebiet wohl auch (asiatische Schwarz-)Bären gibt und es dieses Jahr in Japan bereits zu Problemen geführt hat.
Deswegen hängt man sich hier wohl gerne Glocken an den Rucksack, aber so eine muss ich erst noch kaufen. Heute war das aber kein Problem, denn der ganze Wald hat gebimmelt – man hätte meinen können, man sei in den Alpen und die nächste Alm sei gleich um die Ecke.
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| Der Pfad und der Wald durch die, die Wanderung liefen. |
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| Am Gipfel, mit Aussicht über Nagoya |
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| Natürlich gibt es einen Schrein am Anfang des Pfades |
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| Ein weiterer Aussichtspunkt, hier in Richtung von ein paar Hügeln/Berge |
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| Hier sieht man Toyota (die Stadt, nicht das Auto auch wenn die dort ihren Sitz haben) |
Zum Schluss noch ein paar weitere Eindrücke der letzten Wochen:
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| Der Nagoya TV tower, ist so eine Art Wahrzeichen der Stadt |
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| Oasis 21, das ist ein Gebäude mit einer Menge Läden (primär unterirdisch). Google hat mir gerade verraten, dass dieser Teich hier oben tatsächlich als Kühlung dienen soll, sieht aber auch einfach cool aus. |
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| Meine erste erfolgreiche von Kaffee und Kuchen. Die Süßwaren sind nicht so süß in Japan, das finde ich ziemlich geil. |
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| Ein weiterer Schrein der nicht so weit von dort wo ich wohne liegt. Ich habe mir ihn aber noch nicht so genau angeschaut, ich glaube da war gerade irgendein Fest und ich wollte nicht den dummen Touristen der im Weg steht spielen. |
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| Das ist in einem Schrein/Tempel gleich um die Ecke |
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| Das ist das Hauptgebäude der Uni |
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| Zum Glück gibt es auch ein kleines "Wandergebiet" direkt um die Ecke, falls man mal eine Auszeit braucht. |
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| Das erste Mal im Restaurant essen, zum Glück mit Kollegen, die konnten mir dann erklären wie man die Nudeln isst und in welche Soße zu welchem Gericht gehört. War aber natürlich auch etwas stressig, man will ja nix falsch machen. |