Summer School Alpbach
Die letzten Wochen war ich in Alpbach, einem kleinen Dorf in Österreich, auf einer sogenannten Summer School. Summer Schools sind meistens ein- oder zweiwöchige Veranstaltungen zu einem ausgewählten Thema (also die gibt es auch außerhalb der Physik). In meiner ging es darum eine Weltraummission zum Thema der Summer School zu entwickeln, dieses Jahr war das Thema "vergleichende Plasmaphysik".
Aber vielleicht einfach mal von vorne. Auf die Summer School musste ich mich bereits im April bewerben und ein paar Wochen bekam ich dann den Bescheid, dass ich angenommen wurde. Dann habe ich noch für ein Reisekostenstipendium bei der Rymdstyrelsen (die schwedische Weltraumagentur) beworben. Am 8. Juli ging es dann mit dem Flugzeug nach München, wo ich dann das Wochenende bei meinen Eltern verbracht habe. Übrigens bin ich in Umeå zum Flughafen gelaufen, nachdem es länger mit dem Bus gedauert hätte als zu Fuß (circa 45 Minuten zu Fuß). Das Gepäck und die Sicherheitskontrolle waren dann in 10 Minuten passiert und damit war ich dann viel zu früh dran.
Am Montag, den 11. Juli ging es dann noch vollends nach Alpbach. Dort ging es erst mal zu dem Gasthof wo ich und drei andere Studenten untergebracht waren.
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| Der Ausblick vom Balkon |
Am Abend gab es dann noch eine Veranstaltung zum kennenlernen. Insgesamt waren es ungefähr 60 Studenten. Das Konzept war hier, gebe allen Studenten kostenlosen Alkohol, dann fangen sie schon an miteinander zu reden. Funktioniert auf jeden Fall irgendwie...
Am nächsten Tag ging es dann mit Vorlesungen los und abends wurden wir dann in vier Gruppen eingeteilt um unsere Mission zu entwickeln. Die nächsten Tage gab es dann noch weiteren Vorlesungen und wir haben angefangen uns zu überlegen welche Mission wir machen wollen. Eigentlich wollten wir zuerst ein polares Orbit um die Sonne, das ist aber von der Ingenieurseite nur bedingt machbar, zumindest nicht mit den Anforderungen die wir hatten. Daraufhin ging es also zur Venus. Die Venus ist in vieler Hinsicht sehr ähnlich zur Erde, hat aber kein Magnetfeld, welches die Erde vor Teilchen von der Sonne schützt. Das ist also eine gute Möglichkeit zu untersuchen wie die Plasmaumgebung um einen unmagnetisierten Planeten aussieht oder wie es auf der Erde aussieht wenn das Magnetfeld bedeutend schwächer wird (das passiert wenn sich das Erdmagnetfeld umpolt). Um das dynamische Geschehen am besten zu beobachten, haben wir gleich drei Raumsonden zur Venus geschickt.
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| Ein Logo haben wir natürlich auch gleich erstellt |
Für die Mission mussten wir also eine wissenschaftliche Frage stellen, dann erklären wie wir diese beantworten wollen und welche Instrumente auf den Raumsonden sein sollen. Dann mussten wir berechnen wie viel Treibstoff wir brauchen, wann wir die Rakete starten können und wie wir in die entsprechende Umlaufbahnen kommen. Dazu hatten wir auch sehr viel Unterstützung von den Experten aus den entsprechenden Themen.
Die Summer School war 10 Tage lang, wobei wir am Ende mehr Zeit für die Entwicklung der Mission hatten und weniger Vorlesungen wie am Anfang. Am vorletzten Tag mussten wir dann um Mitternacht einen Bericht und eine Präsentation abgeben. Am letzten Tag hat dann jede Gruppe seine Mission vorgestellt und Fragen dazu beantwortet. Eine Jury hat die Missionen dann in unterschiedlichen Kategorien bewertet. Am Abend gab es dann noch ein gemeinsames Abschlussabendessen und danach wurde noch in einer Bar weiter gefeiert.
Am Wochenende gab es dann noch eine Wanderung auf einer der Gipfel in der Umgebung.
Die zwei Wochen waren ausgesprochen intensiv und man hat vieles neues gelernt, aber auch sehr anstrengend. Ab dem dritten Tag haben wir fast jeden Abend bis Mitternacht gearbeitet und die letzten zwei Tage sogar noch länger. Ich hätte nie gedacht, dass ich es überhaupt so lange aushalte.
Falls sich jemand noch mehr an der Summer School interessiert oder die Präsentation bzw den Bericht sehen möchte, die offizielle Webseite ist hier. Ich war in Team Yellow.




