Die ersten Wochen auf Arbeit
Huch wie schnell die Zeit vergeht, höchste Zeit mal wieder etwas zu berichten. Ich fange jetzt mal mir der Arbeit an. Ich muss zugeben, ich finde es immer noch gewöhnungsbedürftig zu sagen "ich arbeite", nachdem ich ja gleichzeitig auch noch studiere. Offizielle tu ich nämlich beides, das heißt ich habe zum Beispiel auch noch eine Studentenkarte. Ist auf jeden Fall sehr praktisch mit Hinsicht auf Studentenrabatte!
Aber bevor ich angefangen habe, war ich ja noch vier Tage bei dem IceLab Camp. Dort wo wir waren, Granö Beckasin, war es landschaftlich richtig schön und wir hatten noch einige schöne Herbsttage. Die Gruppe war sehr interkulturell und interdisziplinär und es gab einige die extra aus anderen Teilen Europas angereist sind. Wir hatten jeden Tag mehrere Einheiten zum Thema "Wie stelle ich gute wissenschaftliche Fragen" und mussten viel in Kleingruppen arbeiten. Aber es gab auch genügend Gelegenheiten sich anderweitig auszutauschen und ich habe viele Tipps und Tricks für die Promotionszeit bekommen. Am letzten Abend gab es noch einen Saunaabend, wo wir abwechselnd in den See in der Nähe gesprungen sind und dann zurück in die Sauna sind. Das Essen war auch sehr lecker und es gab jeden Abend ein drei Gänge Menu.
Und danach ging es mit der Arbeit los. Über was ich genau forsche, kann ich eventuell mal in einem getrennten Blogpost erklären. Kurz gesagt schaue ich mir Wellen in sogenannten Magnetosheath Jets an. Am Anfang war es natürlich erstmal viel organisatorisches und dann musste ich mich natürlich erstmal in mein aktuellen Thema einlesen und mich mit den Daten vertraut machen. So langsam bin ich aber ganz gut angekommen würde ich sagen. Es gibt auch eine Gruppe mit jungen Forschern (also anderen Doktoranden und Post-Docs) mit denen ich schon Kontakt aufgenommen habe. Das ist natürlich sehr hilfreich um sich ein Netzwerk aufzubauen mit Leuten die an einem ähnlichen Thema arbeiten. Und wir haben auch ein Journal-Club, wo wir uns in semi-regelmäßigen Abständen virtuell treffen und ein wissenschaftlichen Artikel genauer diskutieren.
Gleichzeitig habe ich mich auch noch um viel organisatorischen kümmern müssen oder muss es auch immer noch. Zum Beispiel ein Bankkonto eröffnen und mich um Versicherungen kümmern. Außerdem habe ich inzwischen meine id-kort, eine Art schwedischer Personalausweis, die man zum Beispiel für das Eröffnen eines "richtigen" Kontos braucht. Ein Konto mit eingeschränkter Funktionalität konnte ich glücklicherweise auch schon davor eröffnen.
Auch die Leute in meinem Korridor sind sehr nett. Dieses Mal ist die Gruppe sehr viel internationaler, vier Zimmer sind an Austauschstudent*innen vermietet und dann gibt es noch ein mexikanisches Pärchen die ein der "regulären" Zimmer und ich habe ja auch ein "reguläres" Zimmer. Wir haben ab und zu ein Filmeabend wo einer einen Film aus seinem jeweiligen Heimatland raussuchen muss. Das ist mal was anderes als immer nur Hollywood Filme. Außerdem haben wir letzten Donnerstag zusammen Diwali (das Lichtfest, wird in hinduistischen Ländern) gefeiert. Dazu hat der indische Austauschstudent einige indische Spezialitäten besorgt, ein teilweise sehr ungewohnter Geschmack aber trotzdem sehr lecker.
Ich bin auch wieder bei den Pfadfindern dabei, zum einen wieder in der alten Gruppe, zum anderen jetzt auch als Leiterin. Zum Glück bin ich da aber nicht alleine, denn ich muss mich erst noch in die Rolle einfinden, insbesondere weil mir noch die Grundlagen der schwedischen Pfadfindern etwas fehlen. Es ist zwar recht ähnlich zu Deutschland, aber es gibt auch Unterschiede, die ich aber noch nicht alle gefunden habe.
Was ich sonst noch die letzten fünf Wochen getrieben habe, werde ich noch in einem separaten Blogpost berichten.