Surströmming
So jetzt mal gucken ob mir noch alle Dummheiten der letzten Woche einfallen. Ich genieße auf jeden Fall meine freien Tage und nachdem das Wetter immernoch Bombe ist, lag ich auch manchmal nur draußen auf der Wiese und habe gelesen. Außerdem waren am Mittwoch und Donnerstag Studientage (eine Art Konferenz, wo andere Studenten des Foschungsstudiengangs ihr Projekte vorstellen), wo ich mir den ein oder anderen Vortrag angehört habe.
Am Montag ging es zum Sjöbris essen anlässlich eines Geburtstags. Das Sjöbris ist ein Restaurang auf einem Boot auf dem Fluss durch Umeå. Wir saßen draußen und hatten somit einen super Ausblick, leider habe ich vergessen Bilder zu machen. Übrigens habe ich ca. 8,50€ für mein Bier bezahlt...
Am Mittwochabend habe ich mit meiner Zimmernachbarin Surströmming ausprobiert. Surströmming ist ein in Salzlake eingelegter, vergorener Hering, welcher abartig stinkt und deshalb nur draußen gegessen wird. Eigentlich ist die typische Zeit um Surströmming erst ab August. Früher wurde so sichergestellt, dass der Fisch schon fertig gegärt ist. Es gibt ihn aber inzwischen das ganze Jahr zu kaufen und es ist ja schon warm genug um draußen zu essen.
Die wichtigste Regel zum Surströmming essen ist: Nicht drinnen öffnen! Zugegebener Maßen habe ich es mir irgendwie noch schlimmer vorgestellt, aber in einem Zimmer möchte ich diesen Geruch wirklich nicht haben. Auch beim Öffnen selbst muss man etwas aufpassen, da die Dose unter Druck steht und wenn man nicht aufpasst die ganze Salzlake herausspritzt. Grundsätzlich kann man Filés und ganze Heringe kaufen, ich habe mich für die Filévariante entschieden. Etwas einfacher zu hantieren.
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| Rechts die Surströmming Dose |
Wir haben den Surströmming in einer Surströmmingsklämma gegessen. Das heißt man nimmt Tunnbröd ("Dünnbrot", oben im oberen Bild), bestreicht dieses mit Butter, legt Kartoffeln und Surströmming drauf und anschließend kommt noch saure Sahne und rote Zwiebeln drauf.
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| Surströmmingsklämme |
Beim ersten Bissen habe ich den Fehler gemacht, den Fisch nicht enthäutet zu haben, sodass ich dann ein halbes Filé im Mund hatte. Meine persönliche Meinung ist, dass der Fisch primär salzig schmeckt und nicht so viel mehr. Manche waschen den Fisch noch ab, vielleicht hätte das geholfen. Ich fand die Surströmmingsklämma jetzt nicht schlecht, aber auch kein kulinarisches Highlight. Aber jetzt konnte ich mir immerhin eine eigene Meinung bilden.
Eine Dose ist leider etwas zu viel für zwei Personen, zumal meine Zimmernachbarin weniger begeistert war. Nachdem ich den Rest auch nicht im Kühlschrank aufheben wollte mussten wir den Rest leider wegschmeißen (in einer luftdichten Plastiktüte).
Am Donnerstag bin ich dann mit einer anderen Auslandsstudentin in die Stadt zu Bastard Burgers essen gegangen. Eine schwedische Burgerrestaurangkette, die in Luleå gegründet wurde und Fleisch aus Norrland (nördliche Region Schwedens) verwendet. Ich habe jedoch die vegane Alternative ausprobiert, welche erstaunlich echt geschmeckt hat.
Danach habe wir uns (völlig unnötiger Weise, der Burger war eindeutig genug) noch einen Frozen Yoghurt geholt und sind wieder nach Hause spaziert. Dabei bin ich auch mal wieder beim Unicampus vorbei gekommen, schon sehr nett hier im Sommer!
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| Der See ist Teil des Campus |
Am Freitag habe ich mich dann entschieden den zweiten Teil des Tavelsjöledens zu wandern:
Mit Muckenmittel und einem Netz über dem Kopf war es auch tatsächlich aushaltbar wenn man sich mal an das konstante Summen um seinen Körper gewöhnt hat. Am Ende waren es doch 35 km wandern gewesen, nachdem ich noch ein paar Umwege machen musste und außerdem morgens noch zum Bus laufen musste. Am Ende war ich auch ziemlich k.o. Schön war es auf jeden Fall trotzdem.
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| Überblick über Umeå |
Leider ist das Wetter zum Wochenende hin etwas schlechter geworden sodass ich dann primär auf der faulen Haut lag. Muss bekanntlich auch mal sein muss.
Jetzt hätte ich es fast vergessen:
Sonnenaufgang: 2:17 Uhr
Sonnenuntergang: 23:02 Uhr
Am Mittwoch gab es übrigens eine partielle Sonnenfinsternis, hier war sie noch deutlicher als in Deutschland. Allerdings hatte ich keine Brille und damit habe ich auch nix anschauen können.






