Höga Kustenleden

So jetzt leicht verspätet noch die Ereignisse der letzten Woche. Wie bereits angedeutet,  war ich letzte Woche den Höga Kustenleden wandern. Dieser verläuft zwischen der Höga Kustenbron und Örnsköldsvik (also südlich von Umeå) und ist knapp 130 Kilometer lang. Das Gebiet dort ist Weltnaturerbe und ist bekannt für seine Küstenlinie, die höchste isostatische Bodenerhebung (Aufstieg von Landmassen die in der letzten Eiszeit von Eis bedeckt waren) der Welt.

Die Übersicht über den Höga Kustenleden

Am Montag habe ich also noch die letzten Vorbereitungen getroffen, habe eingekauft und meinen Rucksack gepackt. Daraufhin bin ich erstmal in leichte Panik ausgebrochen nachdem mein Rucksack doch recht schwer war. Also habe ich noch einmal umgepackt und noch die ein odere andere Sache daheim gelassen. Am Ende waren es so rund 17 kg wenn meine Wasserflaschen voll waren. 

Am Anfang war ich mir nicht sicher wie lang ich für den Weg brauchen werde. In 6 Tagen hätte ich es gut schaffen müssen, 5 Tage wird anstregend. Aber irgendwie hatte ich mir die 5 Tage dort schon in den Kopf gesetzt. Es gab immer wieder einfache Hütten, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Dort habe ich die ersten zwei Tage übernachtet. Allerdings gab es diese Hütten nicht immer im richtigen Abstand, weswegen ich noch zusätzlich ein Zelt gekauft habe. Außerdem habe ich mir noch einen kleinen Trangia zugelegt um auch mal etwas warmes zu kochen oder morgens einen Kaffee zu machen.

Am Dienstag ging es dann endlich los. Ich musste relativ früh aufstehen und bin dann mit Zug und Buss an den südlichen Startpunkt des Wanderwegs gefahren. Dann ging es endlich los. Das Wetter war super und die Aussicht auch. Am Schluss des ersten Tages ging es dann nochmal ziemlich den Berg hoch, aber die Aussicht hat sich definitiv gelohnt. Und die Hütte zum Übernachten hatte auch eine super Aussicht. Nur leider keine Rollläden vor den Fenstern, deswegen bin ich nachts gefühlt jede zweite Stunde aufgewacht.

Hier direkt am Startpunkt an der Höga Kustenbron

Hier gab es dann Mittagspause. Ein nettes Fleckchen.

Endlich oben angekommen und sogar eine Bank um kurz zu verschnaufen

Aber für die Aussicht hat es sich gelohnt!

Endlich an der Hütte zum Übernachten angekommen und erstmal Abendessen machen

Mittwoch morgen ging es dann relativ früh weiter, leider war es etwas bewölkter. Abend war ich meistens schon sehr früh müde weswegen ich zwischen 20 Uhr und 21 Uhr schon schlafen gegangen bin. Dafür bin ich dann morgens auch gegen 7 Uhr schon wieder weiter gewandert. Diese Nacht war immerhin etwas dunkler und ich habe gelernt mein Buff als Augenbinde zu verwenden! Ich lasse jetzt mal die Bilder sprechen. Am Mittwoch bin ich auch an einem kleinem Café für Wanderer vorbei kommen. Eigentlich hatte das Café zu aber als ich schon weiter gehen wollte kam der Besitzer auf mich zu und hat mir doch noch ein Eis verkauft. Stellt sich heraus das er perfekt deutsch spricht, das erklärt vielleicht auch wieso es Schorle auf der Getränkekarte gab. Das Konzept ist ansonsten hier eher unbekannt.


Auf dem Weg gab es zwei Minimuseen wo es eine kleine Ausstellung über die Gegend gab. Echt nett gemacht!

Ein Baumhaus als Windschutz


Die Übernachtungshütte für Mittwoch

Nachts um halb zwei (gibt es auch hier einen Sonnenaufgang)

Am Donnerstagabend gab es dann leider keine Hütte die nach passender Distanz auf dem Weg lag, also war es and der Zeit das Zelt auszuprobieren. Abends habe ich dann irgendwie keine passende Wiese gefunden, aber eine Schwedin hat mir erlaubt bei ihr auf dem Grundstück zu übernachten.


Eine weitere Hütte, mit super Ausblich (siehe vorheriges Bild)

Auch mal wieder in der Zivilisation vorbeigekommen und mit ein bisschen Fika gegönnt

Skuleberget. Mir war er aber zu hoch und noch mit Gepäck hoch zu gehen.

Heute also Übernachtung im Zelt. Man hat auch nur selber darin Platz.


Der Freitag lief dann leider nicht so gut an. Ich bin um halb fünf vom Regen aufgewacht. Als dann klar war, dass ich jetzt sowieso nicht mehr weiterschlafen kann bin ich aufgestanden und habe alles zusammengepackt (im Regen) und bin dann gegen halb sechs losgewandert. Dann ging es Richtung Nationalpark Skuleskogen. Leider sind nach 10 km meine Schuhe nass geworden, dass hat nicht zur guten Stimmung beigetragen. Im Nationalpark selbst habe ich dann auch etwas geschummelt und bin nicht den Berg hoch. Das hebe ich mir für wann anders auf. Abends habe ich dann in einem B&B übernachtet in der Hoffnung alles trocknen zu können. Mit nassen Schuhen sollte man nämlich nicht laufen, das schadet den Füßen. Aber das war auch ganz schön in dem B&B, so konnte ich mal wieder duschen und hatte einen halben Ruhe Tag.

Immerhin Trinkwasser gefunden, das war manchmal auch etwas schwierig.

Im Nationalpark

Erstmal Frühstück machen und die Sonne schaut kurz vorbei



Jetzt wieder außerhalb des Nationalparks, sogar mit Alpakas (?) oder ähnlichen

Der Ausblick von der Unterkunft

Da kam ein bisschen mehr Wasser

Samstag war also der letzte Tag meiner Wanderung und meine Schuhe waren glücklicherweise wieder halbwegs trocken. Am letzten Tag musste ich dann circa 30 km gehen, nachdem es am Vortag nur 20 km waren. Gegen Ende hat es dann wieder angefangen zu regnen und meine Schuhe wurden wieder nass. Aber zum Glück erst gegen Ende. Die letzten 5 km wurde der Weg auch etwas umgeleitet, leider war es dann nur noch Asphaltweg und auch noch schlecht ausgeschildert. Aber trotzdem habe ich es am Ende zum Bahnhof geschafft.

So ein Schild gab es übrigens nach jedem Kilometer



Eine letzte Pause kurz vor dem Ziel.

In meinen Augen hat sich die Wanderung echt gelohnt, obwohl ich am Freitag kurz davor war abzubrechen und meine Füße am Ende jeden Tages sau mäßig weh getan haben. Landschaftlich war es echt schön und der Wanderweg war super ausgeschildert, mal abgesehen von den letzten 5 Kilometern. Man kann sich auch gut einen Tag mehr Zeit nehmen und dafür den ein oder anderen Abstecher noch mitnehmen. Aber ich war froh es in 5 Tagen gemacht zu haben. Sonst hätte ich wohl wirklich abbrechen müssen. Jetzt muss ich erstmal meine Schuhe trocknen und sie dann wieder neu einfetten. Es ging besser als gedacht alleine unterwegs zu sein, wobei mir ab dem dritten Tag schon ab und zu Gesellschaft gefehlt hat. Insbesondere jemand der mich mal motiviert. Trotzdem, alleine wandern geht auch gut!

Übrigens wird es ab jetzt schon wieder dunkler! Gestern war der längste Tag des Jahres mit knapp 21 Stunden.

Sonnenaufgang: 2:14 Uhr
Sonnenuntergang:  23:07 Uhr

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