Hajk och Polarsken

Es ist mal wieder Montag und damit Zeit für ein Update vom letzten Wochenende. Außerdem wurde ich schon mehrmals gefragt wie die Uni hier läuft, dann schreib ich dazu auch noch ein paar Zeilen. Ich muss zugeben, ich hab nicht gedacht, dass das so interessant ist.

Also dann fange ich mal mit der Uni an (erst die Arbeit dann das Vergnügen und so...). Also im großen und ganzen läuft die Uni in meinen Augen ganz gut. Manchmal fällt es mir allerdings schwer mich zu motivieren und Hausaufgaben oder ähnliches zu machen.
Aktuell habe ich zwei Kurse gleichzeitig: Schwedisch und Magnetic Resonance Imaging and Ultrasound. Der Schwedischkurs läuft über das ganze Semester, der Physikkurs über das Halbe. Danach werde ich dann einen anderen Physikkurs haben. Das ist scheinbar schon eher ungewöhlich, die meisten haben nur einen Kurs auf einmal. Der dauert dafür aber auch nicht so lange, ungefähr 4 Wochen für 7,5 ECTS Punkte (ECTS Punkte: ein in Europa vereinheitliches System um Studienleistungen zwischen Unis zu vergleichen, 1 ECTS enstpicht 25-30 Stunden Arbeitsaufwand; für den Bachelor braucht man 180; in einem Semester macht man für gewöhlich 30 ECTS). Am Ende des Kurses hat man dann direkt die Klausur. Mein Physikkurs (Magnetic Resonance Imaging and Ultrasound) zum Beispiel gibt 7,5 ECTS aber ist auf 20 Stunden Arbeit die Woche ausgelegt (50%) und läuft daher 8 Wochen (bis Ende Oktober).
Für den Schwedischkurs versuche ich einfach jeden Tag ein bisschen was zu machen, also zum Beispiel Vokabeln lernen (mit dem guten alten Vokabelkasten) und  Aufgaben aus dem Kursbuch machen. Für den Physikkurs versuche ich das gleiche, da bekommen für jede Vorlesung ein paar Aufgaben zum lösen und sollen noch in einem Buch lesen (ich weiß allerdings nicht ob das tatsächlich gemacht wird...). Morgen haben wir die erste "Praxiseinheit", allerdings ist das nur programmieren mit MATLAB und daher wird das auch über Zoom abgehalten. Ich hatte gehofft, dass das persönlich abgehalten wird... Natürlich ist es schade, dass auch hier alles über Zoom abgehalten wird, aber es gibt glücklicherweise auch noch andere Möglichkeiten Leute kennen zu lernen. Für mich ist es nur wichtig für Abwechslung zu sorgen, so langsam habe ich nämlich keine Lust mehr auf zu Hause sitzen. Deswegen sitze ich gerade auch in einem Café (es gibt Kaffee und eine Zimtschnecke für umgerechnet gut 2€) und schreibe diesen Blogeintrag (davor habe ich noch ein bisschen was für Schwedisch gemacht).

So genug zur Uni, jetzt zu den spaßigeren Dingen und zur Abwechslung. Am Wochenende war ich mit den Pfadis unterwegs, wir waren 30 Autominuten außerhalb von Umeå auf einer Wiese zelten. Insgesamt waren wir ungefähr 30 Pfadfinder (50 Leute ist hier die aktuelle Grenze wegen Corona) aus verschiedenen Stämmen. Trinkwasser gab es keines, das haben wir in Kanistern mitgenommen und es gab Plumpsklos. Ich kann mich noch nicht so ganz entscheiden ob ich das Wochenende super finden soll oder nicht. Das Wetter war nämlich absolut be******en, aber ich habe zum ersten Mal Polarlichter gesehen!!!!!
Okay mal wieder von vorne: Wir haben uns am Freitagabend am Zeltplatz getroffen. Ich hatte eine Mitfahrgelegenheit bei einer anderen Pfadfinderin aus der Gruppe (die lustigerweise in Tennessee im Auslandsjahr war). Dann haben wir erstmal alles aufgebaut und dann gab es noch ein Lagerfeuer und Fika (aber heiße Schokolade anstatt Kaffee). Da war das Wetter auch noch gut und der Himmel war klar. Und wie der Zufall so wollte gab es auch noch Polarlichter. Leider habe ich keine Fotos gemacht, ich hatte meine Kamera nämlich nicht dabei und am Handy wäre die Belichtungszeit vermutlich zu kurz. Anscheinend war es tatsächlich relativ stark. Es war auf jeden super cool, ich weiß ehrlich gesagt gar nicht wie ich das beschreiben soll (Licht am Nachthimmel das herumwabert?).
Naja am nächsten Tag fing dann der Regen an und im Gegensatz zu Deutschland gibt es hier keine Zelte in denen man Feuer machen kann. Also konnte man sich entweder ans Feuer stellen wo es warm war, man aber nass wurde oder unter einen provisorischen Regenschutz wo es kalt aber trocken war. Am Ende vom Tag war ich allerdings fast komplett nass und dann auch irgendwann dementsprechen kalt (den anderen ging es aber ähnlich und dementsprechend war auch die Stimmung). Immerhin war der Schlafsack trocken und ich konnte mich dort wieder aufwärmen.  Am Sonntagmorgen hat es zum Glück aufgehört zu regnen und wir konnten ohne Regen abbauen. Heute Abend müssen wir dann allerdings noch alles zum trocknen aufhängen.
Durch den Regen konnten wir das Programm leider auch nicht wie geplant durchführen. Aber wir haben immerhin zwei Badges machen können: Eins für Lagerbauten (das haben wir am Samstagvormittag gemacht) und eins für das Kochen auf dem Trangia (Outdoorkocher), das haben wir am Sonntagvormittag gemacht. Hier ist das also ähnlich wie in den USA, man kann verschieden Aufgaben erledigen und bekommt dann ein Badge dafür. In Deutschland gibt es meistens ein Badge für Lager aber man kann keine "verdienen".
Bilder habe ich leider nicht so viele gemacht, aber hier trotzdem ein paar Eindrücke:

 
Die Wiese und "Zelte" (das war jeweils nur ein Windschutz)

 
Gemeinsames Haferbreikochen für das Frühstück auf dem Trangia

 
Halstuchknoten basteln

 
Das Trangia (unten) und Lagerbauten (oben) Abzeichen

Allgemein muss man sagen, dass das Wetter inzwischen stark umgeschlagen hat und es oft neblig ist (typisches Novemberwetter würde ich sagen).

 
Der Herbst lässt grüßen.

 
Irgendwann letzte Woche am Nydalasjön, wie man sieht ist es sehr neblig.

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